... und besuche mich selbst. Hoffentlich bin ich daheim." Der große Karl Valentin hat das einmal gesagt. Da wird ein gerade für die jetzige Zeit interessantes Selbstverhältnis aufgemacht. Ich mache mir eine Freude - ich besuche mich - ich weiß noch nicht einmal, ob ich daheim bin. Also ich wähne mich zumindest daheim, im Unterschied zu sonst. Denn "eigentlich" wäre ich jetzt gut 200 km südlich von hier ... aber was ist schon "daheim"? Manchmal ruhe ich in mir, das fühlt sich gut an. Dazu muss ich  mich nicht einmal an meiner Wohnadresse befinden und bin dennoch daheim. Daheim ist dann halt in mir. Oder einfach: Daheim ist dann da, wo ich gerade bin. Dann wieder werkle ich rum in meinen vier Wänden und gestalte es noch aufgeräumter, praktischer, gemütlicher - je nachdem. Wie ich an den herausgestellten Karton mit dem großen Zettel "Zum Mitnehmen" erkennen kann, geht es einigen anderen ebenso. "My home is my castle", "ein feste Burg", Burgfrieden oder gerade nicht? Denn so eine Festung hat von innen ebenso dicke Mauern wie von außen. Da würde man doch mitunter lieber von außen hineinschauen, als von innen nach draußen. Sehr viele Menschen in Heimarbeit und in Familien empfinden ihr Daheim inzwischen nicht mehr so wohnlich, für viele ist es kein sicherer Ort mehr. Anderen fällt zwar kein anderer Mensch, aber dennoch die Decke auf den Kopf. Viele wollen einfach nur raus! Manche treibt es auf die Straßen und Plätze zum Demonstieren gegen das Eingesperrtsein und für Freiheit. Nun, wenn die Freiheit heißen soll, sich endlich wieder voll ins Konsumleben zu stürzen, dann kann mir so eine Freiheit gestohlen bleiben. Da bleibe ich doch lieber daheim und trage dazu bei, andere nicht zu gefährden. Aber nochmal zu Karl Valentin. In diesem Satz geht es ja nicht bloß ums Daheimsein. Diesem letzten Teil des Satzes gehen zwei andere voraus, und die sagen: "Heute mache ich  mir eine Freude" und "besuche mich selbst". Mich besuchen und mir eine Freude machen. Das fortdauernde Daheimsein muss nämlich gar nicht gleichzeitig bedeuten, dass ich auch bei mir bin und schon gar nicht muss es bedeuten, dass ich mir damit eine Freude mache. Deshalb die eine Frage an mich und an Sie, an Euch: Womit könnt ihr euch eine Freude machen? Und die andere Frage: Wen trefft ihr heute an, wenn ihr euch besucht? Und wie könnten wir den Besuch gestalten, damit es eine Freude wird? Ein kleines Humortraining im Alltag, nicht um sich dieser Situation einfach anzupassen, sondern um einen guten und sogar lustigen Umgang damit zu finden.